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  • DAS BUCH TOBIAS
  • Tob 8

Hochzeitsnacht und Freudenmahl

81Nach dem Abendessen aber führten sie den jungen Tobias zu ihr in die Kammer.

2Und Tobias dachte an den Rat des Engels und nahm aus seiner Tasche ein Stück von der Leber des Fisches und legte es auf die glühenden Kohlen.

3Da nahm der Engel Rafael den bösen Geist gefangen und band ihn fest in der Wüste von Oberägypten.

4Danach forderte Tobias die Jungfrau auf: Sara, steh auf, wir wollen heute, morgen und übermorgen zu Gott beten und in diesen drei Nächten nur Gott gehören; nach der dritten Nacht aber wollen wir als Eheleute einander gehören.

5Denn wir sind Kinder der Heiligen und können unsere Ehe nicht beginnen wie die Heiden, die Gott nicht kennen.

6Und sie standen auf und beteten beide inständig, dass Gott sie behüten wolle.

7Und Tobias sprach: Herr, du Gott unsrer Väter, dich sollen loben Himmel, Erde, Meer, alle Quellen und Flüsse und alle deine Geschöpfe, die darin leben.

8Du hast Adam aus Erde vom Acker gemacht und hast ihm Eva zur Gehilfin gegeben.

9Und nun, Herr, du weißt, dass ich nicht aus böser Lust meine Schwester zur Frau nehme, sondern nur, weil ich gerne Kinder haben möchte, durch die dein heiliger Name auf ewig gepriesen werde.

10Und Sara sprach: Erbarme dich unser, Herr, erbarme dich und lass uns beide gesund bleiben und alt werden.

11Und als der Hahn krähte, rief Raguël seine Diener und ging mit ihnen, ein Grab auszuheben.

12Denn er dachte: Es könnte dem Tobias vielleicht auch ergangen sein wie den sieben andern, die mit ihr vermählt waren.

13Und als sie das Grab ausgehoben hatten, kam Raguël zu seiner Frau zurück und sagte:

14Schick eine Magd hin und lass nachsehen, ob auch er tot ist, damit ich ihn begraben kann, bevor es Tag wird.

15Da schickte sie eine Magd; die trat leise in die Kammer und fand sie beide gesund und frisch im Schlaf.

16Und sie kam zurück und brachte ihnen die gute Nachricht.

17Und Raguël und seine Frau Hanna dankten Gott und sprachen: Wir danken dir, Herr, du Gott Israels, dass nicht geschehen ist, was wir befürchtet haben. Denn du hast uns deine Barmherzigkeit erwiesen und den Feind, der uns verfolgte, vertrieben.

18Du hast dich erbarmt über diese beiden einzigen Kinder. Und nun, Herr, gib ihnen, dass sie dir noch lange danken und dich loben können mit dem Leben, das du ihnen erhältst, damit alle Völker an ihnen erkennen, dass du allein Gott bist in aller Welt.

19Und sogleich befahl Raguël seinen Dienern, das Grab wieder zuzuschütten, ehe es Tag würde.

20Seiner Frau aber trug er auf, ein Mahl herzurichten und alles vorzubereiten, was man auf der Reise braucht.

21Er ließ auch zwei fette Rinder und vier Schafe schlachten und ein Festmahl zubereiten für alle seine Nachbarn und Freunde.

22Und Raguël bat Tobias dringend, zwei Wochen bei ihm zu bleiben.

23Und von all seinen Gütern gab er dem Tobias die Hälfte und legte schriftlich fest, dass nach seinem Tode und dem Tode seiner Frau auch die andre Hälfte dem Tobias zufallen sollte.