academic-bible.com - The Scholarly Bible Portal of the German Bible Society.
Buy an edition of the Luther Bible
  • Share on Facebook
  • Twitter verse
  • DAS BUCH JESUS SIRACH
  • Sir 27

271Wegen eines Vorteils tun viele Unrecht; und die reich werden wollen, nehmen es nicht immer genau.

2Wie ein Nagel in der Mauer zwischen zwei Steinen steckt,

3so steckt auch Sünde zwischen Kauf und Verkauf.

4Hält einer sich nicht in der Furcht des Herrn, so wird sein Haus sehr bald zerstört werden.

Von der Gesinnung des Menschen beim Reden

5Wenn man siebt, so bleibt Unrat zurück; ebenso haftet dem Nachdenken des Menschen etwas Unreines an.

6Wie der Ofen die neuen Töpfe erprobt, so kann man den Menschen erproben an seiner Rede.

7An den Früchten merkt man, wie der Baum gepflegt ist; ebenso merkt man an der Rede, was das Herz denkt.

8Du sollst niemand loben, bevor du ihn gehört hast; denn an der Rede erkennt man den Menschen.

9Folgst du der Gerechtigkeit nach, so wirst du sie erlangen und anziehen wie einen schönen Rock.

10Die Vögel gesellen sich zu ihresgleichen; ebenso hält sich die Wahrheit zu denen, die sie tun.

11Wie der Löwe auf den Raub lauert, so lauert die Sünde auf die, die Unrecht tun.

12Ein Gottesfürchtiger redet allezeit, was weise ist; ein Narr aber ist wandelbar wie der Mond.

13Wenn du unter Unverständigen bist, so geize mit deiner Zeit; aber unter Weisen kannst du jederzeit bleiben.

14Die Rede der Narren ist unerträglich, und sie lachen, wenn sie in Sünden schwelgen.

15Wo man viel schwören hört, da stehen einem die Haare zu Berge; und wo es Streit gibt, muss man sich die Ohren zuhalten.

16Wenn die Hoffärtigen miteinander streiten, so gibt's Blutvergießen, und es ist widerlich zu hören, wenn sie sich so beschimpfen.

Von der Preisgabe anvertrauter Geheimnisse

17Wer ein Geheimnis preisgibt, der verliert das Vertrauen und wird nie mehr einen treuen Freund finden.

18Liebe deinen Freund und halt ihm die Treue.

19Wenn du aber preisgibst, was er dir anvertraut hat, so wirst du ihm vergeblich nachlaufen.

20Denn wie einer seinen Feind vernichtet, so hast du die Freundschaft mit deinem Nächsten zerstört.

21Wie wenn du einen Vogel aus der Hand lässt, so hast du deinen Freund verlassen

22und wirst ihn nicht wieder zurückholen. Lauf ihm nicht nach! Er ist zu weit weg, er ist entsprungen wie ein Reh aus der Schlinge.

23Wunden kann man verbinden, Scheltworte kann man sühnen;

24aber wenn man ein Geheimnis preisgibt, ist's ganz aus.

Falschheit und Hinterlist

25Wer mit den Augen winkt, der hat Böses im Sinn, und niemand bringt ihn davon ab.

26Vor dir versteht er, süß zu reden, und lobt sehr, was du redest; aber hinter deinem Rücken redet er anders und verdreht dir deine Worte.

27Vieles hasse ich, aber nichts so wie ihn, und der Herr hasst ihn auch.

28Wer einen Stein in die Höhe wirft, dem fällt er auf den Kopf; wer hinterhältig sticht, der verwundet sich selbst.

29Wer eine Grube gräbt, der fällt selbst hinein; wer eine Falle stellt, der fängt sich selbst.

30Wer dem andern Schaden tun will, dem kommt's selbst über den Hals, ohne dass er weiß, woher es kommt.

31Die Hoffärtigen höhnen und spotten; aber die Strafe lauert auf sie wie ein Löwe.

32Die sich freuen, wenn's dem Frommen schlecht geht, werden mit der Schlinge gefangen; Schmerz wird sie verzehren, ehe sie sterben.

Warnung vor Rachsucht, Streit und Verleumdung

33Zorn und Wüten sind Gräuel, und der Gottlose hält an ihnen fest.