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  • DAS BUCH JESUS SIRACH
  • Sir 4

Vom rechten Verhalten gegen die Armen

41Liebes Kind, lass den Armen nicht Not leiden, und sei nicht hart gegen den Bedürftigen.

2Verachte den Hungrigen nicht, und betrübe den Menschen nicht in seiner Armut.

3Einem betrübten Herzen füge nicht noch mehr Leid zu, und lass den Notleidenden auf deine Gabe nicht warten.

4Die Bitte des Elenden schlage nicht ab, und wende dein Angesicht nicht weg von dem Armen.

5Wende deine Augen nicht weg von dem Bittenden, und gib ihm keinen Anlass, dir zu fluchen.

6Denn der ihn gemacht hat, erhört sein Gebet, wenn er mit bitterem Herzen dich verflucht.

7Mach dich nicht unbeliebt in der Gemeinde, und vor einem Großen beuge dein Haupt.

8Höre den Armen an, und antworte ihm freundlich auf seinen Gruß.

9Rette den, dem Gewalt geschieht, vor dem, der ihm Unrecht antut; und sei unerschrocken, wenn du ein Urteil sprechen sollst.

10Sei zu den Waisen wie ein Vater, und tritt für ihre Mutter ein, als wärst du ihr Mann,

11dann wird der Höchste dich Sohn nennen, und er wird dich lieber haben als dich deine Mutter hat.

Vom Wert der Weisheit

12Die Weisheit erhöht ihre Kinder und nimmt die auf, die sie suchen.

13Wer sie lieb hat, der hat das Leben lieb; und wer sie eifrig sucht, wird große Freude haben.

14Wer fest an ihr hält, der wird große Ehre erlangen; und wo er einkehrt, da segnet der Herr.

15Wer ihr dient, der dient dem heiligen Gott; und wer sie lieb hat, den hat der Herr auch lieb.

16Wer ihr gehorcht, der wird Völker regieren; und wer sich zu ihr hält, der wird sicher wohnen.

17Wenn er ihr vertraut, wird er sie erlangen; und auch seine Nachkommen werden sie besitzen.

18Und wenn sie sich auch anfangs verstellt

19und ihm Angst und Bange macht und ihn mit Strenge erzieht und ihn mit ihren Forderungen versucht, bis sie ihm vertrauen kann,

20so wird sie doch dann wieder zu ihm kommen und sich nicht mehr verstellen und ihn erfreuen

21und ihm ihre Geheimnisse offenbaren.

22Wenn er aber abirrt, wird sie ihn verlassen und ihn dahingeben, sodass er fallen muss.

Vom mutigen Auftreten

23Liebes Kind, tu nichts zur Unzeit und hüte dich vor Unrecht,

24und um deines Heiles willen schäme dich nicht, die Wahrheit zu sagen.

25Denn man kann sich so schämen, dass man in Sünde gerät, und man kann sich auch so schämen, dass man Gnade und Ehre davon hat.

26Sieh nicht die Person an zum Schaden deiner Seele, und weiche nicht vom Recht dir zum Verderben.

27Halt dein Wort nicht zurück,

28wenn du andern damit helfen kannst;

29denn im Wort gibt sich die Weisheit kund und Einsicht in dem, was die Zunge spricht.

30Widersprich nicht der Wahrheit, sondern dulde den Spott, wenn du die Sache nicht getroffen hast.

31Schäme dich nicht zu bekennen, wenn du gesündigt hast, sonst versuchst du vergeblich, den Lauf eines Stromes zu hemmen.

32Mach dich nicht zum Diener eines Narren und nimm auf einen Mächtigen keine Rücksicht,

33sondern verteidige die Wahrheit bis in den Tod, so wird Gott der Herr für dich streiten.

34Sei nicht wie die, die große Worte machen, aber träge und lässig sind in ihren Taten.

35Sei nicht wie ein Löwe in deinem Hause und kein Wüterich gegen deine Hausgenossen.

36Deine Hand soll nicht offen sein, wenn's ums Nehmen geht, aber auch nicht geschlossen, wenn's ans Geben geht.