Kilikien

1. Der Begriff „Kilikien“

»Kilikien« (gr. Κιλικία [Kilikia], lat. Cilicia) ist eine alte Landschaftsbezeichnung einer Region an der Südküste der heutigen Türkei (zur Geschichte des Namens: Neumann; Novák). Da in römischer Zeit eine gleichnamige Provinz existierte, deren Grenzverlauf sich immer wieder stark veränderte, ist der Begriff »Kilikien« schon in der Antike notorisch unscharf (Elton). Die wohl am häufigsten zitierte Abgrenzung geht auf Strabon zurück (Strabon XIV 5,1). Er teilt die Landschaft in das westliche und gebirgige Rauhe (gr. Τραχεῖα [Tracheia]) und das östliche Ebene (gr. Πεδιάς [Pedias]) Kilikien ein; die Grenze bildet der Fluss Lamos. Kilikien reicht bei Strabon von Korakesion im Westen bis Issos im Osten, im Norden wird es durch das Tauros-Gebirge begrenzt. Die römische provincia Cilicia deckte im 1. Jh. v. Chr. ein sehr viel größeres Gebiet ab; in der Spätantike hingegen war die Cilicia nur noch auf die Ebene beschränkt.

Philipp Pilhofer, 16. Mai 2014 (CC BY-SA 4.0)

Abb. 1 Das Rauhe Kilikien (hier Bağdad Kırı).

Susanne Froehlich, 21. September 2013 (CC BY-SA 4.0)

Abb. 2 Das Ebene Kilikien: Blick auf die Ebene von Anazarbus.

Im Neuen Testament scheint der Begriff »Kilikien« meist nicht im technischen Sinne eines Verwaltungsbegriffs, sondern als nur ungefähr abgrenzbare Landschaftsbezeichnung verwendet worden zu sein (vgl. Pilhofer 2018, 95-97; anders etwa Schmitt, 200). Eine technische Verwendung liegt am ehesten in Apg 23,34 nahe.

2. Das antike Kilikien

Die Aufteilung in Rauhes und Ebenes Kilikien orientiert sich offensichtlich an den landschaftlichen Gegebenheiten (ausführlicher: Hild / Hellenkemper, 22-29).

Das Rauhe Kilikien hat z.T. Hochgebirgscharakter (die höchste Erhebung bildet der Akdağ mit 2.607m) und fällt streckenweise steil ins Meer ab. Trotz einer Vielzahl an Orten mit Stadtrecht ist es eher dünn besiedelt; der wichtigste Ort ist Seleukia am Fluss Kalykadnos.

Philipp Pilhofer 2020 (CC BY-SA 4.0)

Abb. 3 Karte des antiken Kilikien.

Das Ebene Kilikien besteht vor allem aus einer großen Schwemmland-Ebene der beiden Flüsse Saros und Pyramos und ist daher z.T. sumpfig. Neben den Metropolen Tarsus und Anazarbus liegen weitere bevölkerungsreiche Städte in der Ebene.

Die wichtigste Straße führt vom syrischen Antiocheia über einen Strandpass auf kilikisches Territorium nach Norden, vor der „Amanischen Pforte“ wendet sie sich nach Westen, verläuft quer über die Ebene nach Tarsus (wichtige Brücken sind noch heute in Mopsuestia und Adana zu besichtigen) und von dort auf der Via Tauri nach Norden durch einen Bergpass nach Kappadokien (alle drei genannten Pässe können in den antiken Quellen als „Kilikische Pforte“ bezeichnet werden, insbesondere der zuletzt genannte). Von Seleukia führt eine Straße nordwärts über den Sertavul-Pass nach Derbe. Ausführlicher zu den Straßen: Hild / Hellenkemper, 128-140, und Sayar.

Philipp Pilhofer, 20. September 2013 (CC BY-SA 4.0)

Abb. 4 Die ursprünglich römische Brücke über den Pyramos (Ceyhan) bei Mopsuestia (Misis).

Susanne Froehlich, 25. September 2013 (CC BY-SA 4.0)

Abb. 5 Die Via Tauri bei Sağlıklı (früher Bayramlı) oberhalb Tarsus.

Die Einwohner Kilikiens waren offensichtlich für zwei Dinge bekannt: Einerseits für Textilien, insbesondere aus Ziegenhaar (vgl. gr. κιλίκιον [kilikion] und lat. cilicium, was Kleidungsstücke, Decken oder Segel bezeichnen kann), und andererseits für Piraterie (vgl. gr. κιλικισμός [kilikismos], was so viel wie Blutbad bedeutet, und gr. κιλικίζω [kilikizo], das zugehörige Verb). Während ersteres Wort wohl tatsächlich auf ein wichtiges Exportgut verweist, ist letzteres eine böswillige Zuschreibung. Wichtige weitere Exportgüter waren Holz, Öl und Wein. Kilikien war zudem so berühmt für seinen Safran, dass analog zu den athenischen Eulen das Sprichwort „Safran nach Kilikien tragen“ überliefert ist.

3. Geschichte der Region

3.1. Vorgeschichte Kilikiens bis in hellenistische Zeit

Kilikien war u.a. als „Land von Adaniya“ (noch heute existiert die Stadt Adana) Teil des Hethiterreiches (einen Abriss der Geschichte vom Neolithikum bis zur Eisenzeit bietet Novák). Das Königreich „Ḫilakku“ im Rauhen Kilikien stand möglicherweise für kurze Zeit unter assyrischer Herrschaft. Das Ebene Kilikien bildete als „Que“ eine assyrische Provinz (es wird sogar im AT erwähnt, etwa in 1Kön 10,28); mit der Stätte Karatepe ist eine spät-hethitische Burganlage mit Palast (und einer wichtigen luwisch-phönizischen Bilingue) des 8. Jh.s. v. Chr. erhalten. In der ersten Hälfte des 7. Jh.s v. Chr. wurden mehrere griechische Kolonien gegründet, darunter Kelenderis.

Das im AT mehr als zweidutzendfach belegte → Tarsis (etwa 1Kön 10,22; Jon 1,3) ist zwar schon in der Antike mit Tarsus gleichgesetzt worden (Jos. A.J. IX 208), allerdings dürfte es wohl sehr viel weiter westlich, nämlich in Spanien zu suchen sein.

Den Untergang des assyrischen Reiches am Ende des 7. Jh.s v. Chr. nutzte das im Rauhen Kilikien gelegene Reich „Pirindu“ zur Expansion in die nun „Ḫume“ genannte Ebene. Später stand die Region als (Satrapie) Kilikia unter der Herrschaft der Achämeniden. Ein kilikischer König fiel (als persischer Vasall) in der Schlacht bei Salamis 480 v. Chr. (Hdt. VII 98; Aisch. Pers. 326f).

Das erste direkte Aufeinandertreffen der makedonischen Truppen unter Alexander d. Gr. mit den Persern unter Dareios III. führte nördlich des oben erwähnten Strandpasses (auch „Kilikisch-syrische Pforte“ genannt) zur Schlacht bei der nicht sicher lokalisierten Stadt Issos im Jahr 333 v. Chr.

Das Ebene Kilikien gehörte später zum Seleukidenreich. Der Westen hingegen war zwischen den Seleukiden und den Ptolemäern umstritten. Anfang des 3. Jh.s v. Chr. gründete Seleukos I. Nikator die Stadt Seleukia am Kalykadnos. Als die Diadochenreiche an Macht verloren, entstanden kleinere Reiche in Kilikien; darunter ist das langlebige Reich der Priesterkönige von Olba hervorzuheben. Viele archäologische Zeugnisse dieses Reiches sind noch erhalten (Durugönül), besonders der beeindruckende Tempel des Zeus Olbios.

Philipp Pilhofer, 29. September 2013 (CC BY-SA 4.0)

Abb. 6 Die Reste des Zeustempels von Olba im späteren Diokaisareia.

3.2. Kilikien und die Römer

Im Jahr 102 wurde Marcus Antonius, dem Großvater des Triumvirn, unter dem Namen provincia Cilicia ein Militärkommando übertragen; das Einsatzgebiet umfasste zunächst aber „little or nothing of the district whose name it bore“ (Magie, 285). Unter Pompeius wurde 64 v. Chr. dann eine eigentliche Provinz Cilicia eingerichtet, die allerdings noch sehr viel größer war als die hier besprochene Landschaft Kilikien. Im Jahr 51 / 50 v. Chr. war Marcus Tullius Cicero Statthalter der Cilicia und bereiste die das südliche Kleinasien östlich der Asia bis zur Syria abdeckende Provinz ausgiebig.

Nach der Ermordung Caesars wurde diese große Cilicia aufgeteilt. Das Rauhe Kilikien wurde in unterschiedlichen Abgrenzungen an wechselnde Machthaber vergeben, darunter Kleopatra, Amyntas von → Galatien und die Priesterkönigin Aba von Olba (Pilhofer 2020b, 80-94). Der letzte und wichtigste dieser Klientelkönige ist Antiochos IV. Epiphanes von Kommagene (der nicht mit dem gleichnamigen Seleukiden zu verwechseln ist). Er ist erst im letzten Drittel des 1. Jh.s n. Chr. aus nicht genau nachvollziehbaren Gründen von Kaiser Vespasian abgesetzt worden.

Auch das Ebene Kilikien wurde zu Teilen ausgegliedert und an Klientelkönige, vor allem aus dem Geschlecht der Tarkondimotiden, vergeben (zum Ebenen Kilikien vom 1. Jh.s v.Chr. bis ins 3. Jh. vgl. Haymann, 47-142). Ob eine römische Statthalterprovinz Cilicia um Tarsus bestehen blieb oder ob die Cilicia als Eparchie zur Syria zählte (zur „Eparchie“ als Untereinheit einer „Statthalterprovinz“ vgl. Vitale 13-20), ist umstritten. Syme, passim, sowie Sayar und Ehling in Ehling / Pohl / Sayar, 27-29, votieren gegen die Eigenständigkeit; Schmitt, passim, und Haymann, 47, widersprechen. Eine ausgewogene Diskussion bietet Vitale, 291-297. Auf die eine oder andere Weise war zumindest Tarsus aber unter der direkten Herrschaft der Römer.

Unter Kaiser Augustus wurde im Landesinneren in der Nähe des Zusammentreffens der beiden Kalykadnos-Arme die Colonia Ninica deduziert; wenig später wurde die direkt benachbarte ältere Siedlung als Claudiopolis zur Stadt erhoben (Mitchell, 426-434, der andere Datierungsvorschläge für die Deduktion von Ninica unter Claudius oder Domitian widerlegt). So ergab sich wie auch im Fall Ikonion eine sog. Doppelgemeinde, d.h., dass die römische Kolonie neben älteren Siedlungsstrukturen gegründet wurde und beide eine gewisse verwaltungstechnische Unabhängigkeit wahrten.

3.3. Die pax Romana und die frühchristlichen Missionare

Hinsichtlich der Situation in der Mitte des 1. Jh.s ist deutlich: Die politische Lage war komplex, die Römer waren noch nicht im direkten Besitz ganz Kleinasiens. Auf ihren Reisen durchquerten die frühchristlichen Missionare wie Barnabas und Paulus und ihre Begleiter mit Sicherheit auch Gegenden, die im Besitz von Klientelkönigen waren.

Darüber hinaus zeigen die Quellen nachdrücklich, dass die Situation alles andere als friedlich war. In der Zeit von Christi Geburt bis zur Mitte des Jahrhunderts kam es zu mindestens sechs militärischen Konflikten (Pilhofer 2018, 101-104). Zum Beispiel bekämpfte der auch aus Lk 2,2 bekannte Publius Sulpicius Quirinus in einem groß angelegten Feldzug die Homonadenser bei Isaura (Tac. Ann. III 42). Der ehemalige Statthalter der Syria Cn. Calpurnius Piso eroberte im Jahr 19 die Stadt Kelenderis und verschanzte sich dort mit Truppen in Legionsstärke, bis eine aus Syrien herbeigeeilte Legion dem Treiben ein Ende setzte (Tac. Ann. II 78-81). Die Kieten erhoben sich mehrfach im Gebirge, in mindestens einem Fall konnte der Aufstand nur durch syrische Truppen blutig niedergeschlagen werden (Tac. Ann. VI 41 und XII 55). Der Feldzug des Quintus Veranius (CIL VI 41075) tauchte die Region um die Via Sebaste in den Jahren 43 bis 48 in einen ausgedehnten Krieg (Adak), also genau jenes Gebiet, das Barnabas und Paulus in dieser Zeit auf der sog. ersten Missionsreise durchquerten.

Trotz des großen römischen Einflusses war im südlichen Kleinasien von der vielgelobten pax Romana in der ersten Hälfte des 1. Jh.s n.Chr. demnach nicht viel zu spüren. Es ist fast schon als erstaunlich zu bezeichnen, dass etwa Paulus diese unsichere Region so intensiv bereiste. Denn es ist davon auszugehen, dass viele kleinere Konflikte, zu deren gewaltsamer Unterdrückung nicht gleich eine syrische Legion herbeibeordert werden musste, gar nicht überliefert wurden – die aber eine kleine Gruppe wandernder frühchristlicher Missionare dennoch in Lebensgefahr bringen konnten.

3.4. Die vespasianische Cilicia

Erst unter Kaiser Vespasian kommt Kilikien zu Beginn der 70er Jahre vollständig unter direkte römische Kontrolle. Ab dem Jahr 72 lässt sich eine Statthalterprovinz namens Cilicia nachweisen, die mindestens das Ebene Kilikien umfasste (AE 1966, 486; S. Pilhofer, A146a); spätestens im Jahr 77 ist auch das Rauhe Kilikien Teil dieser Provinz, wie die Bauinschrift der Kalykadnos-Brücke in Seleukia belegt (Hagel / Tomaschitz, Sel 54 mit Korrekturen in Keil / Wilhelm, 6; S. Pilhofer, A151).

Damit profitierte nun auch Kilikien von der pax Romana; die kleinen und großen Städte prosperierten. Die epigraphischen und archäologischen Zeugnisse deuten vor allem für das 2. / 3. und das 5. / 6. Jh. auf eine Region hin, die genügend Überschüsse für reiche Bauprogramme hervorbrachte und den Bewohnern ein verhältnismäßig gutes Leben ermöglichte. Seit Vespasian war Kilikien bei wechselnden Provinzabgrenzungen bis ans Ende der Antike Teil des Reiches.

3.5. Juden in Kilikien

Spätestens in einem bei Philon überlieferten Brief des → Agrippa I. ist sicher belegt, dass es Juden in Kilikien gab (Phil. Legat. 281); allein wegen der geographischen Lage ist aber davon auszugehen, dass auch in den Jahrhunderten davor bereits Juden in Kilikien lebten. Reiche inschriftliche und archäologische Zeugnisse über das jüdische Leben in Kilikien stammen insbesondere aus der Spätantike (Ameling, 492-533; Pilhofer 2018, 65-93). Wegen seines Mosaikschmuckes wird ein vom Münsteraner Archäologen Ludwig Budde ausgegrabenes unweit der Pyramos-Brücke gelegenes basilikales Gebäude in Mopsuestia häufig als Synagoge identifiziert (aber auch als Kirche; vgl. Budde 1969, 9-85; Thümmel; Ameling, 496).

Der olbische Dynast Polemon ehelichte die Herodäerin → Berenike und nahm dafür „jüdische Sitten“ an (Jos. A.J. XX 145f.). Damit herrschte ein jüdischer König über das olbische Reich, der qua Amt zugleich Hohepriester des örtlichen Zeuskultes war.

Klaus-Peter Simon, 3. September 2005 (CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:MisisMosaik.jpg)

Abb. 7 Das „Arche Noah“-Mosaik in Mopsuestia.

4. Kilikien im Neuen Testament

4.1. Kilikische Juden in Jerusalem

Die kilikischen Juden werden auch im Neuen Testament erwähnt (nicht aber eine „Synagoge der Kilikier“, wie gelegentlich zu lesen ist): In Apg 6,9 streiten sie mit → Stephanus. Für Kilikien lässt sich aus dieser Tatsache wohl schließen, dass die jüdischen Gemeinden dort so bedeutend waren, dass sie in Jerusalem eine bekannte Größe bildeten. Zu diesen kilikischen Juden in Jerusalem ist der Apostelgeschichte zufolge auch Paulus zu rechnen, der nicht zufällig in der Stephanus-Episode zum ersten Mal überhaupt erwähnt wird (zwar erst in Apg 7,58, es ist aber noch dieselbe Szene).

4.2. Erste Christen in Kilikien

Von den kilikischen Juden in Jerusalem bekannte sich später zumindest einer zu Christus: Paulus. Von christlichen Gemeinden in Kilikien erfahren wir zuerst in Apg 15,23: Nach dem sog. Apostelkonzil überbringen Barnabas und Paulus einen Brief an „die Brüder aus den Heiden in Antiochia und Syrien und Kilikien.“ Ob diese kilikischen Brüder – man wird wohl davon ausgehen dürfen, dass es auch kilikische Schwestern gab – auf die Mission des Paulus zurückzuführen sind oder möglicherweise schon vor Paulus missioniert wurden (Schultze, 272), lässt sich nicht abschließend klären. Nach der altkirchlichen Überlieferung soll auch Barnabas später ohne Paulus in Kilikien missioniert haben (ActBarn 5 und 11-14).

4.3. Paulus und Kilikien

4.3.1. Kilikien als Heimat des Paulus

Obwohl die kilikische Herkunft des Paulus allein in der Apostelgeschichte, nicht aber in seinen Briefen bezeugt ist, wird sie „[s]elbst in der sogenannten kritischen Forschung … kaum bezweifelt“, wie Hengel und Schwemer maliziös anmerken (237). In der Apostelgeschichte beruft sich Paulus selbst mehrfach prominent auf seine Herkunft (Apg 21,39; Apg 22,3; Apg 23,34), sie wird aber auch beiläufig erwähnt (Apg 9,11). Umstritten ist indes die Frage seines – tarsiotischen sowie römischen – Bürgerrechtes (zusammenfassend: Weber). Häufig ist zu lesen, dass Paulus sich nur als römischer Bürger auf den Kaiser berufen könnte (Apg 25,11).

Hieronymus, der insofern ein Kenner war, als er Kilikien selbst bereist hatte, meint, dass der spezifische Wortgebrauch des Paulus auf seine kilikische Herkunft verweise (Hier. ep. CXXI 10,2-5; dazu Förster).

4.3.2. Die Mission des Paulus in Kilikien

Nach seiner Berufung bei Damaskus weilte Paulus einige Jahre in Kilikien: Aus Gal 1f ist bekannt, dass er nach seinem Aufenthalt in der Arabia und in Damaskus für mehr als zehn Jahre nach „Syrien und Kilikien“ ging. Diese Information wird häufig mit dem Zeugnis der Apostelgeschichte (Apg 9,30 und Apg 11,25) verbunden und gefolgert, dass Paulus zunächst länger allein in Kilikien blieb und anschließend mindestens ein Jahr (Apg 11,26) mit Barnabas in Antiochia und Syrien weilte. Dass Paulus auch in den Jahren vor Antiochia bereits aktiv missionierte, kann kaum bestritten werden (Gal 1,23). Es liegt auf der Hand, dass Paulus in dieser Zeit eigentlich nur in Kilikien gepredigt haben kann, denn eine Tätigkeit in Nordsyrien ohne Verbindungen zur Gemeinde in Antiochia ist unplausibel; und eine Tätigkeit im südlichen Syrien unter Umgehung von Antiochia liegt nicht gerade nahe.

In der Diskussion ist die genaue Aufteilung der Jahre: Riesner (286) setzt acht Jahre in „Syrien und Kilikien“ an, bevor Paulus nach Antiochia geht; Suhl (299) ganze elf Jahre. Nach Hengel und Schwemer missioniert Paulus zunächst drei bis vier Jahre allein in Kilikien (270), um dann nach einem Jahr mit Barnabas in Antiochia noch einmal fünf bis sieben Jahre gemeinsam in „Syrien und Kilikien“ zu wirken (395f).

Auch in der Zeit nach seiner Berufung lebte Paulus also eine beträchtliche Zeit in Kilikien. Dass er so viele Jahre nur in Tarsus verbrachte, ist höchst unwahrscheinlich. Daher gerät das übrige Kilikien als Missionsgebiet in den Blick (unter Berufung etwa auf Röm 15,19 wird auch über sehr viel weitere Reisen spekuliert). Neben anderen größeren Städten in der Ebene ist angesichts des späteren Vorgehens des Paulus vor allem die einzige römische Veteranenkolonie in Kilikien, die Colonia Ninica Claudiopolis, ein plausibles Ziel. In der Gegend beruft man sich zumindest später auf eine Mission durch Paulus (Martyrium des Konon von Bidana, § 1f [Pilhofer 2020a, 106, Z. 3-9]).

Auch auf seinen in der Apostelgeschichte erzählten Missionsreisen war Paulus mehrfach in Kilikien. Über die genaue Dauer seiner Aufenthalte können keine absoluten Zahlen geboten werden: Jahre werden es nicht gewesen sein, aber Wochen und Monate sind durchaus im Rahmen des Möglichen.

Sicher nachweisen lässt sich ein Aufenthalt in zwei Fällen:

1. Am Beginn der „zweiten Missionsreise“ durchquert er Kilikien und „stärkte die Gemeinden“ (Apg 15,41), die er vorher gegründet hatte. Meistens wird für die Route nach Westen die Via Tauri veranschlagt; es gibt aber durchaus Argumente für den Sertavul-Pass (vgl. etwa French 1994, 56, und Hengel / Schwemer, 398).

2. Am Beginn der „dritten Missionsreise“, sollte sie denn stattgefunden haben, kommt Paulus von Antiochia am Orontes nach Phrygien (Apg 18,22f); dabei müsste er Kilikien durchquert haben. (Über die Frage, wie Paulus auf dem Rückweg von der „zweiten Missionsreise“ in Apg 18,21f von Ephesus nach Caesarea Maritima gekommen sein soll, kann man nur spekulieren.)

Auf seiner Reise nach Rom segelt Paulus an der kilikischen Küste entlang (Apg 27,5).

Die Bedeutung, die Kilikien für Paulus hatte, geht also weit über abstrakte Heimaterinnerungen hinaus. So dürfte es keine – oder, je nach Ansatz in der Paulus-Chronologie, zumindest kaum eine – Region gegeben haben, in der Paulus länger aktiv missionierte als in Kilikien.

5. Ausblick

In nachpaulinischer Zeit ist bis Konstantin nicht viel über Christen in Kilikien bekannt. Bei Ignatius lässt sich der erste kilikische Kleriker nachweisen, ein Diakon namens Philon (Ign. Phld. XI 1); darüber hinaus sind einige Bischöfe belegt.

Es ist vor allem eine auffällige Dichte an Märtyrerkulten zu verzeichnen – die Nachweise dafür stammen allerdings erst aus späterer Zeit. Allein aus den Metropolen Tarsus und Anazarbus im Ebenen Kilikien sind über ein Dutzend Märtyrer bekannt, über deren Martyrien entsprechende Texte erhalten sind; darunter befinden sich bekanntere wie „Kerykos und Iulitta“ oder „Tarachos, Probos und Andronikos“ – aber auch selten erwähnte wie Boniphatios.

Im Rauhen Kilikien sind vor allem kleine lokale Märtyrerkulte verbreitet, von denen meistens nicht viel mehr überliefert ist als dass sie existierten; so etwa hinsichtlich der Märtyrer Sokrates von Zenonopolis oder Loukios von Diokaisareia. Überregionale Märtyrerverehrung ist hier eher die Ausnahme, aber es gibt Beispiele wie den Kult um den Isaurier Konon oder um die wirklich weithin bekannte Thekla an ihrem großen Pilgerzentrum bei Seleukia. Dort befand sich die größte archäologisch nachweisbare Kirche Kilikiens.

Ingeborg Simon, 6. Oktober 2017 (CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ayathekla\_01.jpg)

Abb. 8 Die oberirdischen Reste der einst größten Kirche Kilikiens über der Thekla-Grotte bei Seleukia.

Zur Zeit Konstantins existierten in den meisten Städten Bischofssitze. In der Spätantike wurde Interessierten in Tarsus ein „Haus des Paulus“ gezeigt (Soz. h.e. 7,19,10-12).

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Index Theologicus

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

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Literaturempfehlungen

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Das Rauhe Kilikien (hier Bağdad Kırı). Philipp Pilhofer, 16. Mai 2014 (CC BY-SA 4.0)
  • Abb. 2 Das Ebene Kilikien: Blick auf die Ebene von Anazarbus. Susanne Froehlich, 21. September 2013 (CC BY-SA 4.0)
  • Abb. 3 Karte des antiken Kilikien. Philipp Pilhofer 2020 (CC BY-SA 4.0)
  • Abb. 4 Die ursprünglich römische Brücke über den Pyramos (Ceyhan) bei Mopsuestia (Misis). Philipp Pilhofer, 20. September 2013 (CC BY-SA 4.0)
  • Abb. 5 Die Via Tauri bei Sağlıklı (früher Bayramlı) oberhalb Tarsus. Susanne Froehlich, 25. September 2013 (CC BY-SA 4.0)
  • Abb. 6 Die Reste des Zeustempels von Olba im späteren Diokaisareia. Philipp Pilhofer, 29. September 2013 (CC BY-SA 4.0)
  • Abb. 7 Das „Arche Noah“-Mosaik in Mopsuestia. Klaus-Peter Simon, 3. September 2005 (CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:MisisMosaik.jpg)
  • Abb. 8 Die oberirdischen Reste der einst größten Kirche Kilikiens über der Thekla-Grotte bei Seleukia. Ingeborg Simon, 6. Oktober 2017 (CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ayathekla\_01.jpg)

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