Mahd

Mit dem Terminus גֵּז gez wird das Abmähen von Wiesen oder das Abgemähte bezeichnet, also die Mahd, aber auch die Schur von Schafen (Dtn 18,4; Hi 31,20). Ps 72,6 verdeutlicht das segensbringende Dasein des Königs, das sich auch in der Fruchtbarkeit der Natur auswirkt, mit der Bitte „Er komme herab wie Regen auf die gez“. Möglicherweise bezieht sich das Wort auf die abgemähte Wiese, die durch den Regen zum neuen Austreiben von Pflanzen angeregt wird.

Am 7,1 setzt die Königsmahd (גִּזֵּי הַמֶּלֶךְ gizê hammælækh) voraus, die der Spätsaat vorausgehe (vgl. dazu Reimer 1992, 162f; Riede 2008, 43f). Hier könnte גֵּז gez auf das Schneiden von Kornfeldern bezogen sein, also auf die Ernte von Getreide. Der König hätte dann seinen Anteil an der Ernte bereits eingefahren, und der Am 7,1 vorausgesetzte Heuschreckeneinfall (→ Heuschrecken) beträfe vor allem den Spätwuchs des Getreides, der dann in einer zweiten Ernte eingebracht würde. Das würde für die Masse der Bevölkerung eine immense Not bedeuten, da die für ihr Überleben wichtige Ernte aufgrund der Heuschreckenplage ausfiele.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Index Theologicus

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexika

  • Biblisch-historisches Handwörterbuch, Göttingen 1962-1979

2. Weitere Literatur

  • Reimer, H., Richtet auf das Recht. Studien zur Botschaft des Amos (SBS 149), Stuttgart 1992
  • Riede, P., Vom Erbarmen zum Gericht. Die Visionen des Amosbuches (Am 7-9*) und ihr literatur- und traditionsgeschichtlicher Zusammenhang (WMANT 120), Neukirchen-Vluyn 2008

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