Tell es-Sa‘īdīje

Alternative Names: Tell es-Sa‘īdīye, Tell es-Sa‘idiyeh, Tell es-Saidije, Tall as-Sa‘īdiya

(published: Jun)

1. Lage und Ausgrabungsgeschichte

 Mit Dank an © Biblisch-Archäologisches Institut, Wuppertal / Deutsches Evangelisches Institut für Altertumswissenschaft, Jerusalem

Abb. 1 Blick über den Tell es-Sa‘īdīje (Richtung Osten).

Der Siedlungshügel Tell es-Sa‘īdīje (Koordinaten: 2046.1861; N 32° 16' 05'', E 35° 34' 36'') befindet sich ca. 10 km nördlich vom Tell Dēr ‘Allā (→ Sukkot; Koordinaten: 2088.1782; N 32° 11' 46'', E 35° 37' 15''), etwa 2 km östlich des → Jordans am südlichen Ufer des Wādī Kufringī. Der ca. 40 m hohe Tell liegt inmitten einer fruchtbaren Ebene und überblickt den Verlauf des nahegelegenen Jordans. Das Plateau des Siedlungshügels erstreckt sich von Ost nach West über 180 m und von Nord nach Süd über 110 m. Westlich des Tells erhebt sich ein weiterer kleinerer rechteckiger Hügel (el-Ġarbī). Das potentielle Siedlungsgebiet dieses Doppelhügels umfasst insgesamt eine Fläche von ca. 13 Hektar. Nördlich des Tells entspringen einige Quellen, welche die ganzjährige Wasserversorgung sicherstellten.

 Zeichnung © Katja Soennecken nach Tubb / Dorell 1991, 68

Abb. 2 Plan des Tells mit Ausgrabungsarealen (grau = Friedhof).

Erste archäologische Untersuchungen des Tell es-Sa‘īdīje begannen in den 1940iger Jahren durch N. Glueck (1942). Bereits 1953 wurde eine Testgrabung von H. de Contenson durchgeführt. Großflächige Ausgrabungen konnten aber erst 1964 unter Leitung von J.B. Pritchard aufgenommen werden. Es folgten drei Kampagnen, bevor der israelisch-arabische Krieg 1967 die Weiterarbeit unmöglich machte. Die Arbeiten wurden erst 1985 unter der Leitung von J.N. Tubb im Auftrag des British Museums wiederaufgenommen und bis 2007 fortgeführt.

2. Name und Identifikation

 © Katja Soennecken

Abb. 3 Karte zu Tell es-Sa’īdīje und seiner Umgebung.

Die heutige Bezeichnung lässt keine Schlussfolgerungen auf den antiken Namen dieses Ortes zu. Für eine Identifikation dieses Hügels mit einer biblischen Stadt stehen aufgrund der Lokalisation am Ostufer des zentralen Jordantals drei Kandidaten zur Verfügung: Zafon (Jos 13,27; evtl. Ri 12,1), Zaretan (Jos 3,16; 1Kön 4,12; 1Kön 7,46) und Sukkot (Gen 33,17; Jos 13,27; Ri 8,5-16; 1Kön 7,46 und 2Chr 4,17). Jede dieser Zuordnungen fand ihre Fürsprecher.

2.1. Zafon

Schon im Jahr 1926 schlug W.F. Albright auf der Basis von Ri 12,1 eine Identifikation des Ortes mit dem biblischen Zafon vor. Die Ephraimiten überquerten demnach an dieser Stelle den Jordan, um → Jeftah zur Rede zu stellen und zu besiegen. Aus dem lokalen „Setting“ lasse sich schließen, dass Zafon südlich der Nordgrenze des ephraimitischen Stammesgebiets lag. Für diese Grenze biete sich das Wādī Kufringī an. Dabei wäre der Tell es-Sa‘īdīje die prominenteste städtische Siedlung.

Dieser Meinung schlossen sich auch F.-M. Abel und Y. Aharoni an.

2.2. Zaretan

Für eine Gleichsetzung mit dem biblischen Zaretan sprach sich N. Glueck (1943) aus. Auf der Grundlage der Identifikation des Tell ed-Dāmieh mit Adamah und der Distanz von 12 km zwischen beiden Orten (eine Distanz, die von Rabbi Johanan im Jerusalemer → Talmud genannt wird), könnte der Tell es-Sa‘īdīje mit Zaretan verbunden werden. Die Berichte in 1Kön 7,46 / 2Chr 4,17 wurden von Glueck so gedeutet, dass sich die Produktionsstätten für das Kupfergerät des Jerusalemer Tempels zwischen Sukkot und Zaretan (gelesen nur in 2Chr 4,17: Ṣarethān anstelle von Ṣerēdah) befanden. בְּמַעֲבֵה הָאֲדָמָה bəma‘ăvēh hā’ădāmāh übersetzte Glueck im Sinne von „Ton-Formen“ und interpretierte, dass Erz in Mulden im Boden bzw. in Formen aus Lehm gegossen worden sei. Da es zwischen Tell Dēr ‘Allā und Tell es-Sa‘īdīje einige kleinere eisenzeitliche Orte mit guten Tonvorkommen gibt, sah er sich in seiner Argumentation bestätigt.

Glueck war sich auch sicher, dass dieser bedeutende Tell in biblischen Zeiten allgemein bekannt gewesen sei. Das bedeute aber nicht, dass der Name auch in den biblischen Texten auftauchen müsse (nach Glueck taucht er als Zaretan auf).

2.3. Sukkot

Nur M. Ottosson sprach sich, allerdings mit großem Vorbehalt, für → Sukkot aus; dieses wird mehrheitlich mit dem Tell Dēr ‘Allā verbunden.

Die durchgeführten Ausgrabungen ergaben keine Anhaltspunkte für eine eindeutige Identifikation, sodass die Frage der biblischen Namensgebung des Tell es-Sa‘īdīje letztlich offenbleiben muss.

3. Besiedlungsphasen

Die Siedlungsgeschichte des Tell es-Sa‘īdīje beginnt im Chalkolithikum, im 4. Jt. v. Chr., und reicht bis in die römische Zeit.

3.1. Frühe Bronzezeit

In der Frühen Bronzezeit scheint es sich um eine Ansiedlung mit beträchtlicher Größe gehandelt zu haben. An zwei Stellen des Tells wurden Reste einer Stadtmauer freigelegt. Dabei konnten insgesamt vier Schichten frühbronzezeitlicher Besiedlungen identifiziert werden. Eine Reihe von Lehmziegelplattformen mit eingetieften Kanälen, in den Boden eingelassene Becken, eine Vielzahl verbrannter botanischer Überreste und spezielle Keramikformen liefern Hinweise auf eine industrielle Wein- und Olivenöl-Verarbeitung. Die Siedlung wurde am Ende der Frühen Bronzezeit II (ca. 2700 v. Chr.) zerstört. Auch der Nordwestbereich des kleineren, westlichen Tells war während der Frühen Bronzezeit besiedelt. Dieses Gebiet wurde später, während der Späten Bronzezeit und Eisenzeit I, als Friedhof genutzt.

3.2. Späte Bronzezeit

3.2.1. Die Siedlung

Tell es-Sa‘īdīje scheint ähnlich wie → Bet-Schean unter den Pharaonen der 20. Dynastie (am Übergang von der Späten Bronzezeit zur Eisenzeit I) ein ägyptischer Kontrollpunkt / Stützpunkt bzw. eine Garnison gewesen zu sein. Daher wird das größte Gebäude aus dem Stratum XII als „Residenz eines ägyptischen Statthalters“ interpretiert. Dieses ähnelt in seinem Grundriss und seiner Bauweise den aus dem Westjordanland bekannten ägyptischen Bauwerken. Die Errichtung einer solchen Residenz auf dem Tell es-Sa‘īdīje könnte durch seine Nähe zum Jordan, direkt östlich einer breiten und flachen Furt, begründet sein. So hatte der Tell sowohl strategische als auch handelspolitische Bedeutung.

3.2.2. Der Friedhof

 Mit Dank an © Biblisch-Archäologisches Institut, Wuppertal / Deutsches Evangelisches Institut für Altertumswissenschaft, Jerusalem

Abb. 4 Blick auf den Friedhof im Ausgrabungsbereich FF.

Von außergewöhnlicher Bedeutung war die Nekropole in Areal FF auf dem westlichen Hügel. Dort wurden 45 Gräber, mehrheitlich mit Einzelbestattungen, freigelegt. Sie stammen aus dem 13. und 12. Jh. v. Chr. Das zuerst entdeckte Grab (101) war zugleich das mit den reichsten Funden. Darunter befanden sich Elfenbein-, Karneol-, Elektrum-, Silber- und besonders Bronzeobjekte von herausragender Qualität. Auch ein Wein-Set – allerdings nicht so gut erhalten, wie ein vergleichbares aus Grab 32 – war einem der Verstorbenen mitgegeben worden.

 Mit Dank an © The Trustees of the British Museum; BM 1985,0714.54 lizenziert unter Creative Commons-Lizenz, Attribution-Share Alike 4.0 International; Zugriff 4.1.2021

Abb. 5 Bronzenes Wein-Set aus Grab 32 (Späte Bronzezeit).

Bei zwei Gräbern von Kindern (104 und 126) wurden Gefäße mit durchbohrtem Boden gefunden, deren Fundlage darauf schließen lässt, dass ihr oberer Teil nach der Bestattung aus dem Boden herausragte. Sie dienten vermutlich als Grab-Marker. Pritchard sah darin einen Beleg dafür, dass die Angehörigen ihren Verstorbenen auch über den Tod hinaus Verehrung und Libationen zukommen ließen. Insgesamt spiegeln die Beigaben eine kosmopolitische Gesellschaft mit Einflüssen aus Ägypten, Zypern und der mykenischen Welt wider.

Bei späteren Ausgrabungen während der 1980iger Jahre wurden südlich des Areals FF, im zentraleren Bereich CC, 420 weitere Bestattungen freigelegt. Bei diesen – ebenfalls mehrheitlich aus dem 13. und 12. Jh. v. Chr. stammenden Gräbern – waren der Grabbau, die Anlage der → Gräber und die Ausrichtung der Toten, die → Bestattungspraxis sowie die Grabbeigaben auffallend uneinheitlich. Dies könnte für eine gemischte Bevölkerung sprechen. Eine außergewöhnliche Bestattung (in Grab 232) scheint Bräuche aus Ägypten aufzunehmen: Der Verstorbene wurde mit dem Gesicht zum Boden bestattet. Auf seinen Hinterkopf legte man drei Fische. Seine Genitalien wurden mit einer Schüssel bedeckt, die ein fischförmiges Kosmetikkästchen aus Elfenbein enthielt.

Einige Fundumstände sprechen dafür, dass die Bevölkerung des Tell es-Sa‘īdīje im 13. und 12. Jh. v. Chr. stark von Einflüssen aus der Küstenebene geprägt war (z.B. Bestattungen in Doppel-Pithoi, ein hoher Anteil an Imitationen von Gefäßen der Gattung Mykenisch IIIB, eine große Anzahl an Metallgegenständen und der Gebrauch von Bitumen zur „Mumifizierung“ der Toten). Besonders die ungewöhnlichen Bestattungen in Doppel-Pithoi sprechen für eine Gruppe innerhalb der Bevölkerung, die den → „Seevölkern“ zugerechnet werden kann. Für Tubb ist auch die Tatsache, dass die meisten dieser Bestattungen schon in der Antike beraubt worden waren, ein Beleg dafür, dass es sich dabei um Gräber einer fremden Bevölkerungsgruppe handelte.

Gleichzeitig zeigte sich im Bereich der Grabbeigaben und Bestattungssitten ein erhöhter ägyptischer Einfluss (Skarabäen, Fayence-Funde, Umwicklung der Toten mit ägyptischem Leinen). Sicherlich ist in dieser Zeit von der Anwesenheit fremder Gruppen innerhalb der Bevölkerung der ägyptisch kontrollierten Städte auszugehen.

3.3. Eisenzeit I

Die eisen-I-zeitliche Stadt des Stratums XII bestand aus einer Reihe von Wohnhäusern mit einer zentralen, von Ost nach West verlaufenden Straße. Die Keramik stammt aus der → Eisenzeit I, doch nahm sie auch noch Traditionen der Späten Bronzezeit auf und antizipierte Formen der Eisenzeit II. Damit ist diese Epoche als eine Übergangszeit anzusehen. Zu dieser Stadt gehörte auch ein Gebäude in Bereich EE, welches zuerst für eine Kasemattenmauer gehalten wurde, deren Kasematten mit Erde und Steinen verfüllt waren, um eine größere Stärke der Mauer zu erreichen. Bei einer Vergrößerung des ausgegrabenen Bereichs zeigte sich, dass es sich bei diesem Gebäude allerdings um eine massive Stadtmauer mit einem anschließenden großen öffentlichen Gebäude handelt (umschrieben mit „Gouverneurs-Palast“). Es weist typische Merkmale ägyptischer Bauweise auf: Lehmziegelmauern ohne Steinfundamente; Außenmauern, die paarweise gebaut werden und einen kleinen Kanal im Zwischenraum besaßen, sowie die standardisierte Größe der verwendeten Lehmziegel (mit 44 cm x 23 cm x 11 cm).

Mit Dank an © Biblisch-Archäologisches Institut, Wuppertal / Deutsches Evangelisches Institut für Altertumswissenschaft, Jerusalem

Abb. 6 Steintreppe aus Stratum XII am Nordhang des Tells (Eisenzeit I).

Das dominierende Merkmal des Haupthügels ist eine eisenzeitliche Steintreppe (Bereich GG, Stratum XII), welche vom Fuß des Tells hinauf zur Stadt führt. Sie war überdacht und stellte so einen verborgenen Zugang zur am Fuß des Hügels gelegenen Quelle dar. In Kriegszeiten war sie überlebenswichtig. In einer Tiefe von beinahe 8 m unter der damaligen Oberfläche erweitern sich die Seitenwände der Treppe zu einem nicht ganz runden Auffangbecken. Durch einen Kanal in dessen Außenwand floss das Wasser der nahegelegenen Quelle hinein und konnte von den Bewohnern geschöpft werden. Ein zweiter Kanal in der gegenüberliegenden Wand diente als Abfluss, sodass das Wasser immer in Bewegung blieb und so nicht faulte.

 Mit Dank an © Biblisch-Archäologisches Institut, Wuppertal / Deutsches Evangelisches Institut für Altertumswissenschaft, Jerusalem

Abb. 7 Quelle und Wasserreservoir am Nordhang des Tells.

Datiert wird dieses Wassersystem in die Eisenzeit I. Die überzeugendsten Parallelen zu solch einer Anlage stammen aus Mykene und Tyrins.

Nach der gewaltsamen Zerstörung der eisen-I-zeitlichen Stadt um das Jahr 1150 v. Chr. scheint der Tell fast ein Jahrhundert lang unbewohnt geblieben und erst gegen Ende des 11. Jh.s v. Chr. neu besiedelt worden zu sein, allerdings in sehr viel bescheidenerem Ausmaß und auf das Zentrum des Tells beschränkt.

3.4. Eisenzeit II

Während des 10. und 9. Jh.s v. Chr. blieb die Besiedlungsdichte auf dem Tell es-Sa‘īdīje gering (→ Eisenzeit II). Die Siedlung hatte eher dörflichen Charakter. Erwähnenswert ist hierbei ein rechteckiges Gebäude mit Nord-Süd-Ausrichtung, welches im Innenraum in zwei Räume unterteilt war. Der kleinere, hintere Raum verfügte über eine verputzte Bank sowie eine Nische an der nördlichen Wand. Zu diesem Raum gehörte eine unterirdisch durch einen Tunnel erreichbare → Favissa. Dieses Gebäude wurde als Tempel interpretiert.

Erst zu Beginn des 8. Jh.s v. Chr. lässt sich wieder eine umfangreiche Bautätigkeit feststellen, die auch eine Stadtmauer einschloss. Während der Eisenzeit IIB erreichte die Stadt ihre größte räumliche Ausdehnung und damit vermutlich auch ihre höchste Bevölkerungszahl. Die meisten Häuser waren im Stil eines sog. „Dreiraumhauses“ angelegt (→ Haus), d.h. mit einem rückwärtig gelegenen Breitraum und einem davor angelegten langgezogenen Gebäudeteil, der vermutlich nur zu Teilen überdacht war. In der letzten eisen-II-zeitlichen Phase waren diese Häuser so in Größe und Ausrichtung standardisiert, dass man von einem geplanten urbanen Bauprogramm ausgehen muss. Der Haupterwerb der Bewohner dürfte die Textilproduktion gewesen sein – wie es die Funde (besonders von Webgewichten) nahelegen (→ weben). Diese Stadt wurde um 720 v. Chr. (von den Assyrern?) durch einen Brand zerstört und danach nicht wiederaufgebaut. Die wenigen überlebenden Bewohner scheinen in Zelten gewohnt zu haben (worauf Pfostenlöcher; Feuerstellen und Gruben hinweisen).

3.5. Perserzeit

Auf dem höchsten Punkt des Tells, der sog. Akropolis, ließ sich eine dörfliche Besiedlung von der Perserzeit bis in die römische Zeit nachweisen. Ein festungsartiger quadratischer Bau („assyrischer Hofhausstil“) vom Ende der Eisenzeit III (ca. 520-332 v. Chr.) blieb vermutlich unvollendet. Auch Teile des Friedhofs auf dem unteren Tell wurden in der Perserzeit wieder belegt. Die durchaus reichen Grabbeigaben sprechen für eine kleine, aber wohlhabende Bewohnerschaft.

3.6. Hellenistische Zeit

Auf der „Palastruine“ aus der Perserzeit wurde in hellenistischer Zeit ein öffentliches Gebäude – ebenfalls mit festungsartigem Charakter – errichtet. Ein herausragender Fund aus diesem Gebäude ist ein kleiner 6 cm hoher Räucher-Altar aus Kalkstein. Er war auf allen Seiten mit geometrischen Mustern dekoriert. Auf einer Seite waren 5 hebräische Buchstaben eingeritzt (von Pritchard gelesen: l-j-k-n-u „dem Jakinu gehörend“). Möglich wäre, dass es sich bei diesem Domizil um den Sitz eines Großgrundbesitzers oder eines lokalen Machthabers handelte.

3.7. Römische Zeit

In römischer Zeit spiegelt sich die verbliebene strategische Bedeutung des Tells in seiner Nutzung wider. Neben einem Wachturm scheint es auch eine kleine Siedlung gegeben zu haben. Auf der Akropolis des Tells wurden zwei verputzte Wasserreservoire gefunden, bei denen es sich vermutlich um Zisternen handelte, eventuell bei einer der beiden sogar um ein rituelles Bad (Mikwe) aus hasmonäisch-herodianischer Zeit.

Insgesamt teilte der Tell es-Sa‘īdīje das Schicksal der frühen großen Städte im Jordantal: In der persischen Zeit verlor er seinen urbanen Charakter. Mit der hellenistisch-römischen Zeit verlagerte sich die Besiedlung hin zu den Dekapolis-Städten bzw. der Ammonitis. Auch die Verkehrswege veränderten sich. Sie verliefen nun auch auf der westlichen Seite des Jordans sowie auf dem ostjordanischen Plateau. Durch neue Irrigationstechniken abseits der großen Wadis und Wasserquellen verlor der Tell seine Bedeutung und konnte nicht mehr zu großer Blüte gelangen.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Index Theologicus

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • The New Encyclopedia of Archaeological Excavations in the Holy Land, Jerusalem 1993

2. Weitere Literatur

  • Albright, W.F., 1924f., The Jordan Valley in the Bronze Age, AASOR 6, 13-74 (46-47)
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  • Glueck, N., 1943, Three Israelite Towns in the Jordan Valley. Zarethan, Succoth, Zaphon, BASOR 90, 2-23
  • Glueck, N., 1951, Explorations in Eastern Palestine IV (AASOR 25), New Haven (290-295.345-347)
  • Ottosson, M., 1969, Gilead. Tradition and History, Lund
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  • Pritchard, J.B., 1968, The Palace of Tell es-Sa‘idiyeh, PennMuseum Expedition Magazine 11.1, 20-22
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  • Tubb, J.N., 2005, Völker im Lande Kanaan, Stuttgart
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  • Weippert, H., 1981, Rezension zu Pritchard Cemetery, ZDPV 97, 116-120
  • Weippert, H., 1989, Rezension zu Pritchard, ZDPV 105, 189-195

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Blick über den Tell es-Sa‘īdīje (Richtung Osten). Mit Dank an © Biblisch-Archäologisches Institut, Wuppertal / Deutsches Evangelisches Institut für Altertumswissenschaft, Jerusalem
  • Abb. 2 Plan des Tells mit Ausgrabungsarealen (grau = Friedhof). Zeichnung © Katja Soennecken nach Tubb / Dorell 1991, 68
  • Abb. 3 Karte zu Tell es-Sa’īdīje und seiner Umgebung. © Katja Soennecken
  • Abb. 4 Blick auf den Friedhof im Ausgrabungsbereich FF. Mit Dank an © Biblisch-Archäologisches Institut, Wuppertal / Deutsches Evangelisches Institut für Altertumswissenschaft, Jerusalem
  • Abb. 5 Bronzenes Wein-Set aus Grab 32 (Späte Bronzezeit). Mit Dank an © The Trustees of the British Museum; BM 1985,0714.54 lizenziert unter Creative Commons-Lizenz, Attribution-Share Alike 4.0 International; Zugriff 4.1.2021
  • Abb. 6 Steintreppe aus Stratum XII am Nordhang des Tells (Eisenzeit I). Mit Dank an © Biblisch-Archäologisches Institut, Wuppertal / Deutsches Evangelisches Institut für Altertumswissenschaft, Jerusalem
  • Abb. 7 Quelle und Wasserreservoir am Nordhang des Tells. Mit Dank an © Biblisch-Archäologisches Institut, Wuppertal / Deutsches Evangelisches Institut für Altertumswissenschaft, Jerusalem

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